ADHS - meine Haltung dazu
- 15. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Kürzlich hat mir eine Frau, die drei mittlerweile erwachsene Kinder hat, von einem ihrer Buben erzählt. Zwei Kollegen seiner Primarschulklasse hatten Beeinträchtigungen. Aus diesem Grund bestand die Klasse nur aus 13 Kindern und es waren meistens Klassenassistenzen oder heilpädagogische Fachpersonen im Klassenzimmer. Ihr Sohn hatte eine problemfreie Primarschulzeit und gute Noten, weshalb er ans Gymi wechselte. Die dortigen grossen Klassenverbände und die geforderte Selbstständigkeit überforderten ihn jedoch und nach dem ersten Semester wechselte er deshalb an die SEK. Es folgte eine ADHS-Abklärung, welche positiv ausfiel. Mittlerweile hat er erfolgreich einen Lehrabschluss, ist bestens im "Erwachsenenleben" angekommen und wird demnächst ein Hochschulstudium beginnen.
Diese Geschichte hat mich sehr berührt. So oft habe ich mit Kindern und Erwachsenen zu tun, die mit ihren Symptomen anecken, sich dadurch gestresst fühlen, manchmal Ängste oder Süchte entwickeln. ADHS muss aber nicht zwingend mit Herausforderungen und Ärger verbunden sein.
ADHS ist weder eine Krankheit noch eine Superkraft und ADHS hört mit dem Erreichen des Erwachsenenalters nicht auf. ADHS bedeutet, dass die Gehirnstrukturen anders aufgebaut sind als bei neuronormativen Menschen. Für einige Tätigkeiten und Verhaltensweisen ist dies förderlich, für andere hinderlich.
Für meine Arbeit ist es nicht relevant, ob eine klinische Diagnose vorliegt oder nicht. Wir sind alles Menschen mit Stärken und mit Potenzialen. Ich habe jedoch schon oft gehört, dass es Betroffene als hilfreich und entlastend empfunden haben, zu wissen, was hinter spezifischen Herausforderungen steckt - oder eben nicht.
Meine Vision ist es, Menschen, die sich weiterentwickeln möchten, auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Meine langjährige Erfahrung in der Sozialen Arbeit mit Erwachsenen, Kindern, Jugendlichen, hat mich gelehrt, Ressourcen sichtbar und nutzbar zu machen. Als ADHS-Coachin kenne ich spezifische Methoden zur Körperwahrnehmung, Emotionsregulation und Bedürfniserkennung, wie auch Strategien der Alltagsgestaltung - und deren Umsetzung. Shiatsu und Qi Gong bieten wirksame Methoden und Übungen, um innerlich und äusserlich in die Ruhe und Präsenz zu finden.
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